Mit der Invasion der Franzosen und der Errichtung der Helvetischen Republik am Ende des 18. Jahrhunderts
wurden verschiedene "Errungenschaften" aus Frankreich in die Schweiz übernommen. Dazu gehörten auch die Spielkartensteuern. Verschiedene europäische Staaten erhoben solche schon viele Jahre vorher.
In der Helvetischen Republik gab es erstmals im Oktober 1798 ein Gesetz über die
Spielkartenbesteuerung. Dieses trat allerdings erst im Februar 1799 in Kraft.
Da die versteuerten Kartenspiele nur mit einem gestempelten Papierbändeli markiert waren,
sind diese Karten heute kaum noch nachweisbar. Ab 1801 wurde dann pro Spiel eine Karten abgestempelt.
Die zur Abstempelung bestimmte Karte jedes Spiels wurde nach Bern geschickt, dort gestempelt
und dann wieder an die Eigentümer zurück verteilt. Als Stempelkarte für die
Deutschschweizer Spiele galt je nach Kanton das Eicheln-As oder die Schellen-8. Für die
französchschweizerischen Spiele wurde das Herz-As bestimmt.
Mit dem Ende der Helvetischen Republik wurde das Steuerwesen den Kantonen übertragen.
Der Kanton Schaffhausen erhob schon ab 1803 keine Spielkartensteuern mehr. In anderen Kantonen sind
diese Steuern bis heute gebräuchlich.
Auch in verschiedenen anderen Ländern ist oder war eine Steuer und damit ein Stempel auf den Spielkarten üblich.


Im Kanton Bern wurde die Stempelgebühr auf Spielkarten 1964 aufgehoben.



Abschaffung der Stempelsteuer auf Spielkarten im Kanton Freiburg 1982.


Seit 1997 existiert im Kanton Neuenburg keine Spielkartensteuer mehr.





Im Kanton St.Gallen wurde die Stempelabgabe 1965 ausser Kraft gesetzt.




Im Kanton Waadt wurde die Spielkartensteuer 1974 abgeschafft.


Im Kanton Wallis waren die Steuern auf Spielkarten nach dem Gesetz von 1953 mit dem Ausführungsreglement von 1954 mindestens bis 2011 noch gültig. In der Praxis wurden sie aber seit etwa 1995 nicht mehr eingetrieben.






1939 wurde der Steuerstempel auf Spielkarten abgeschafft, obwohl es weiterhin (in der Bundesrepublik bis 1980) Spielkartensteuern gab.


Guglielmo Murari, 1880 - 1929, war ein italienischer Kartenmacher in Bari.
Der braune Stempel wurde von 1883 bis 1914 für Spiele mit 40 Karten verwendet.
Der zweite Stempel gibt Auskunft über das Datum (sofern leserlich).
In Italien wurden die Stempel auf Spielkarten 1972 abgeschafft.


Ab 1939 gab es zwar noch Spielkartensteuern, aber die Steuerstempel waren abgeschafft worden.





Dieser Stempel wurde von 1964 bis 1979 verwendet. Danach wurden die Karten scheinbar nicht mehr gesempelt.





In Norwegen wurden Steuerstempel 1975 abgeschafft.
Die Angaben stammen aus dem Büchlein "Die Spielkartensteuer in der Schweiz". Das Werk wurde herausgegeben und für den Druck eingereicht von Walter Haas. Es vereinigt die Aufsätze, welche Balz Eberhard im Lauf der Jahre für die Cartophilia Helvetica verfasst hat. Zudem sind einige neuere Erkenntnisse zum Thema nachgeführt. Damit ist diese Büchlein vermutlich die wichtigste Darstellung dieses Spezialgebiets für die Schweiz.


Weitere Quellen waren das Büchlein "Schaffhauser Spielkarten" von Max Ruh aus der Reihe
"Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik", 2005, des Vereins für wirtschaftshistorische Studien,
in Zürich, sowie das Begleitpapier zur Sammlungsnummer 2308, der Reproduktion der Firma
AG Müller eines Spiels aus dem Jahr 1789 von F.Bernhard Schaer.
Die Referenz schlechthin bezüglich Steuerstempel auf Spielkarten weltweit ist die ausgezeichnete Web-Site von
P.Endebrock